Silikonimplantate werden für die Brustvergrößerung und Bruststraffung, für die Korrektur asymmetrischer Brüste und für den Brustaufbau nach einer Krebserkrankung seit den 1960er Jahren verwendet. Was ist dran an ihrem teilweise schlechten Ruf und wie gut sind neueste Silikon-Brustimplantate? Wir stellen Dr. Huemer, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in Linz und Wels sieben spannende Fragen.

Dozent Dr. Huemer hat an einer weltweit beachteten, unabhängigen Studie zur Verträglichkeit von Silikonimplantaten maßgeblich mitgearbeitet. Das Ergebnis: Moderne Brustimplantate weisen höchste Verträglichkeit auf und sind durch ihre Struktur ausgesprochen sicher. Wir bitten Dr. Huemer, uns über den aktuellen Stand der Medizintechnik zu informieren.

Herr Dr. Huemer, was ist dran am schlechten Ruf von Silikonimplantaten?

Leider wurde in den 1980er Jahren minderwertiges Silikon für die Herstellung von Brustimplantaten verwendet. Die gesundheitlichen Folgen waren für viele Frauen sehr unangenehm. Deshalb verschwanden Silikonimplantate für eine Zeit völlig aus der Chirurgie. Vor und nach der Neuzulassung 2004 wurden die Implantate in mehreren Schritten weiterentwickelt, sodass diese jetzt ohne Bedenken in der Brustchirurgie eingesetzt werden können.

Welche Silikonimplantate gibt es heute eigentlich?

Wir können aktuell aus unterschiedlichen Arten von Silikonimplantaten wählen, die sich in Größe, Form, Befüllung und Beschichtung unterscheiden. Schließlich soll das Implantat perfekt zu seiner Trägerin passen. Deshalb wird auf die Wunschgröße der Brust, eine harmonische Form, die Hautbeschaffenheit und das Verhältnis zum Körper geachtet. Die Implantate selbst sind rund oder tropfenförmig, um sich der Anatomie anzupassen. Die Beschichtungen sind aus Polyurethan oder Silikon, die Befüllungen aus formbeständigem Silikon, Kochsalz oder Mikrohohlkugeln.

Wie lange können Silikonimplantate im Körper bleiben?

Allgemein kann man sagen, dass ein Implantat zehn bis zwanzig Jahre in der Brust verbleiben kann. Eigentlich muss es erst ausgetauscht werden, wenn es aus irgendeinem Grund nicht mehr intakt ist. Oft wünschen sich Frauen nach einiger Zeit auch eine Veränderung ihrer Brust, das ist mit dem Wechsel der Silikonimplantate möglich.

Was sagen Sie zum Risiko einer Kapselfibrose?

Nun, ganz generell muss man festhalten, dass der Körper ja in jedem Fall eine Bindegewebsschicht um das Implantat bildet, das ist auch gut so, denn es wird dadurch fixiert. Erst wenn eine starke Verdickung dieser Schicht auftritt, sprechen wir von einer Kapselfibrose. Diese kann jederzeit auftreten, auch noch nach Jahren. Hat der Chirurg hochwertige Silikonimplantate verwendet und auf dem neuesten Stand der Technik operiert, ist das Risiko allerdings sehr gering, durchschnittlich liegt es nach unserer Studie bei rund sieben Prozent.

Wie wird ein Silikonimplantat in die Brust eingefügt?

Aktuell werden drei Operationstechniken angewendet. Der Operateur bringt die Implantate durch einen Schnitt in der Unterbrustfalte, am Brustwarzenrand oder in der Achselhöhle ein. Außerdem gibt es noch den Unterschied, ob diese unter oder auf dem Brustmuskel positioniert werden.

Kann mit einem Implantat eine Brustkrebs-Vorsorge durchgeführt werden?

Ja, das ist kein Problem. Das Abtasten ist sogar einfacher, weil das Implantat klar umrissen ist und man Knötchen gleich spürt. Eine Mammographie sollte aber ein erfahrener Radiologe vornehmen.

Welche Art von Brustvergrößerung empfehlen Sie Ihren Patientinnen?

In meiner Praxis arbeite ich nach dem PJURE KONZEPTTM. Das bedeutet für Patientinnen eine schonende Brustvergrößerung mit Eigenfett oder eine Kombination aus Silikonimplantaten und Brustmodellierung mit Eigenfett. Mir ist ein harmonisches Erscheinungsbild sehr wichtig, denn chirurgische Kunst soll trotz allem natürlich wirken.

Herr Dr. Huemer, herzlichen Dank für das Gespräch!

Lesen Sie mehr über das PJURE KONZEPTTM zur ästhetischen, schonenden und natürlichen Brustvergrößerung!